Seidene Nerven

Veröffentlicht in Gefühlsduselig Mit Tags, , , , , , bei Mai 14, 2008 von jemesuisperdue

Möglich, dass gestern der erste Tag war, an dem ich wirklich gemerkt habe, dass es vorbei ist, dass es nie wieder sein wird, wie früher. Dass ich nicht mehr erwarten kann, dass er für mich da ist, wenn ich ihn brauche und dass er schon gar nicht plötzlich da ist, um mich in den Arm zu nehmen.

Gestern ging es mir schlecht. Ich habe mich überfordert gefühlt mit dem, was gerade in meinem Leben passiert, und nein, es hat wirklich nicht alles mit ihm zu tun. Ich war nervlich am Ende, ich konnte keinen Ton mehr ertragen; und als das Telefon klingelte, begann ich zu schreien und zu weinen, weil meine Nerven kurz vorm Zerreissen waren.

Alles war scheiße, alles hat mich gestresst und ich wollte einfach nur von ihm in den Arm genommen werden, ich habe ihn unglaublich vermisst. Und da wurde mir klar: Meine Sehnsucht wird niemals gestillt werden. Entweder sie geht irgendwann oder sie tut es nicht, aber sie wird nie gestillt werden.

Gänsehaut

Veröffentlicht in Uncategorized Mit Tags bei Mai 10, 2008 von jemesuisperdue

Ich habe die letzten Sachen in seine Kiste gepackt, sie ist fast voll. Irgendwann musste ich lernen, mich zusammenzureißen, und bei dem aufblasbaren Kissen, dass ich auf der Rückfahrt, als die Beziehung aller Wahrscheinlichkeit nach beendet war, benutzt habe, zog ich einen Schlussstrich. Später hörte ich die beiden CDs mit den Liedern, die ich mit uns verbinde, und trotz 24°C Raumtemperatur hatte ich fast permanent eine Gänsehaut. Ich fühle mich ziemlich labil im Moment und als ich wiederholt ein paar Texte las, die mich verletzt hatten, tat es so weh, wie es wehtun soll. Aber bei den Texten, die mich gefreut hatten - fühlte es sich noch immer so schön an, wie es sich einmal angefühlt hatte. Ich hätte gerne geweint, aber es geht einfach nicht.

Tag 20, Tag 13

Veröffentlicht in Gefühlsduselig Mit Tags, , bei Mai 10, 2008 von jemesuisperdue

Warum tut es noch immer so weh, die Dinge zu lesen, die mich so unglaublich eifersüchtig gemacht hatten? Warum ist der Schmerz noch immer da, als hätte er eine Berechtigung, zu existieren? Warum stelle ich mir immer vor, wie ich bei ihm zu Besuch bin, länger nach der Trennung und so tue, als könne ich nur mit ihm befreundet sein und die Tür öffne, weil er gerade nicht kann und mich ein wunderschönes, sympathisches Mädchen anguckt, das mich schwungvoll begrüßt, mich mit ihrer Offenheit erschlägt und sich als seine Freundin vorstellt, von der er mir nichts erzählt hat? Warum glaube ich, das Recht zu haben, eifersüchtig zu sein, warum glaube ich, dass ich noch immer erwarten könnte, irgendwas Besonderes zu sein? Und warum, warum zur Hölle meldet er sich nicht?

Letztendlich sind wir alle nur Perfektionisten.

Veröffentlicht in Nüchtern betrachtet Mit Tags, , , , , bei Mai 9, 2008 von jemesuisperdue

Ich glaube, wir haben alle verromantisierte Vorstellungen von Liebe und Beziehungen. Nicht die Killerspiele sind Schuld, sondern das Fernsehen und die Literatur. Ich glaube, wir wollen alle zu viel mit zu wenig Einsatz, wir wollen mehr als wir haben können, mehr, als uns gut tut, weil wir glauben, dass es sonst nicht echt und nicht das Richtige und nicht diese eine Liebe ist. Wir glauben, wenn wir nicht wissen, ob wir wirklich lieben, dann tun wir es nicht, und vergessen, dass die Liebe manchmal einfach leiser spricht. Wir denken, dass sich alles immer nur steigern darf und dass die Liebe und die geliebte Person perfekt sein müssen. Und trotzdem, selbst wenn wir es irgendwie hinkriegen, dass wir wirklich alles erdenklich Schöne haben in der Liebe, so fehlt uns plötzlich die Spannung. Es kitzelt nicht mehr und wir spüren nicht mehr permanent, was wir fühlen, wir zweifeln, ängstigen uns und wollen weggestoßen und wieder herangezogen werden.

Ich weiß gar nicht, ob wir Menschen wirklich zum Glücklichsein geboren ist. Heißt es nicht, Glück sei nicht das Ziel?

Annett Louisan - Der den ich will

Träumer

Veröffentlicht in Gefühlsduselig Mit Tags, , , bei Mai 5, 2008 von jemesuisperdue

Was würde ich sagen, wenn er es nochmal versuchen wollte? Wie würde ich mich verhalten? Wie ihm erklären, dass auch ich nicht mehr sicher bin? Dass ich Zeit brauchte, es aber will? Wie würde ich reagieren, würde er sich melden? Was würde ich antworten, wenn er fragt: “Wie geht’s…?” Wie würde ich ihn begrüßen, würden wir uns endlich treffen? Wie die Fahrt vebringen? Wie ginge es mir? Würde ich mich freuen, hoffen? Oder beginnen, es zu verstehen? Was sollten wir machen, wir könnten ja nicht die Wand anstarren? Wie sollte ich mich verhalten? Kühl, distanziert? Nähesuchend? Was sollte ich tun, wenn ich weinen müsste und er mich trösten will? Es zulassen und die Nähe genießen oder ihn davonstoßen? Was, wenn er es wirklich nochmal versuchen will, aber nicht darüber spricht, sondern es zeigt und ich noch nicht sagen konnte, wie es mir geht? Wo würde ich schlafen, wäre ich bei ihm? Zusammen auf dem Sofa? Getrennt? Könnte ich ich sein? Oder überhaupt gar nicht? Wie soll ich die Rückfahrt überleben? Denkt er vielleicht gerade an mich? Überlegt er, ob seine Entscheidung die richtige war? Was, wenn er mich überraschen will? Wenn er auf dem Weg ist? Was, wenn er jetzt vor meiner Tür steht, jetzt, in diesem Moment, in dem ich das Haus verlassen will, wenn er da stände und meinen Namen sagte? Würde ich ihn anstarren? Weinen? Ihm um den Hals fallen?

Und wisst ihr, wirklich schimm ist, dass ich enttäuscht bin, in dem Moment, in dem ich realisiere, dass er nicht dort steht und niemals dort stehen wird, nicht so. Und noch schlimmer sind die Momente, in denen mir klar wird, dass er seine Entscheidung nicht ändern wird, nicht jetzt und sowieso nie. Denn ich bin nicht gerade der Mensch, den man anbetet. Aber das Allerschlimmste ist, dass momentan fast gar nichts wirklich schlimm ist, dass alles nur die Oberfläche des nicht-zulassen-Könnens tangiert und dass ich mich selbst belüge, weil ich nicht anders kann.

Wo beginnt der Selbstbetrug?

Veröffentlicht in Gefühlsduselig, Nüchtern betrachtet Mit Tags, , , bei Mai 5, 2008 von jemesuisperdue

In einer schwachen Stunde habe ich mir vorletzte Woche im Internet Tipps durchgelesen, wie man seinen Partner zurückbekommt. Im Großen und Ganzen hieß es, man solle kein Interesse zeigen, nicht klammern, alleine klarkommen, so tun, als sei man darüber hinweg und vorallem keine besondere Zuneigung zeigen. Das klingt in gewisser Weise logisch, das sehe ich ein, ich bestreite auch nicht, vielleicht ein bisschen versucht zu haben, so zu sein, vielleicht auch ein bisschen mehr. Aber was ich mich frage: Wo bleibt die Ehrlichkeit? Die Aufrichtigkeit? Man lügt doch sich selbst und den begehrten Menschen an. Und woher weiß man, dass es nicht wieder genauso enden wird, wenn der Partner sich einem wieder sicher ist? Wenn er weiß, dass man mit ihm besser klarkommt, dass man ihn will? Das war bei uns nicht der Trennungsgrund, es ist nur ein Gedanke.

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Beschäftigung

Veröffentlicht in Uncategorized Mit Tags, , , , bei Mai 4, 2008 von jemesuisperdue

Das Wochenende wurde nicht so lang, wie befürchtet. Donnerstag 1. Mai begangen, Freitag Dienst im Tierheim, Hamsterstall ausgemistet, Samstag Lebensmittel eingekauft mit Mama, Zimmer geputzt, Sonntag geocachen mit Mama gemacht… Und mal wieder einen sinnlosen Versuch gestartet. Ich liebe Tiere und ich glaube, hätte ich noch eines außer meines Hamsters, eines, dass man eher mit ins Leben einbeziehen kann, dann könnte ich mir sagen, dass ich für dieses Tier lebe. In einem Tierheim in der Umgebung wird für einen Kater mit Niereninsuffizienz ein Zuhause gesucht, er wird innerhalb des nächsten Jahres versterben, eigentlich der perfekte Kompromiss für meinen Vater und mich, aber: Nein.

Mir geht es überraschend gut. Nicht, dass ich nicht jede Nacht von ihm träumen würde oder nicht dauernd daran denken würde, aber wie gesagt: Ich muss den Arm sehen, und das kann ich nicht, daher kommt es immer noch nicht ganz an. Tag 7 ohne Kontakt.

Nur mal kurz zum besseren Verständnis…

Veröffentlicht in Nüchtern betrachtet Mit Tags bei Mai 3, 2008 von jemesuisperdue

Wir kennen uns schon etwas länger, aber nur ganz, ganz flüchtig. Ich denke nicht, dass wir einander speziell aufgefallen sind… Es wurde dann ein bisschen persönlicher und seit einem halben Jahr habe ich ihn als meinen besten Freund bezeichnet. Diese Umwandlung Bekannter –> bester Freund erfolgte an einem Abend in einem Gespräch, das sechs Stunden dauerte. Uns beiden war bald klar, dass es mehr werden könnte, aber vorallem ich zweifelte, denn alles hatte einen Haken: Über neun Stunden Fahrt zwischen uns. Mitte Januar kamen wir zusammen. Es war für uns beide die erste Beziehung. Nach genau vierzehn Wochen trennte er sich von mir, zwischendrin hatten wir eine kurze Beziehungspause, die von ihm ausging. Das endgültige Ende hatte die selben Gründe, wie die erste Trennung/Beziehungspause: Es passte nicht so, wie es passen müsste. Und jetzt ist der sechste Tag in Folge, an dem wir keinen Kontakt haben. Wir wollen Freunde bleiben. Ich habe gesagt, er hätte es beendet, so sei er derjenige, der entscheiden müsse, wann und wie es weitergeht. Verdammt, was mach ich, wenn er erst in ein paar Monaten wieder mit mir sprechen will? Ich muss den abgehackten Arm sehen.

Il est difficile

Veröffentlicht in Gefühlsduselig, Nüchtern betrachtet Mit Tags, , bei Mai 3, 2008 von jemesuisperdue

Il est difficile de dire adieu quand on veut rester,

il est difficile de sourire quand on veut pleurer,

il est difficile d’oublier quand on veut aimer…

andere, ähnliche Version:

Il est difficile de dire au revoir quand on veut rester,

il est difficile de sourire quand on veut pleurer,

mais il est encore plus difficile d’être obligé d’apprendre à oublier celui qui nous a appris à aimer…

Zu Deutsch (hoffe, es ist richtig ;)):

Es ist schwierig, auf Wiedersehen zu sagen, wenn man bleiben möchte,

es ist schwierig, zu lächeln, wenn man weinen möchte,

es ist schwierig, zu vergessen, wenn man lieben möchte…

andere Version:

Es ist schwierig, auf Wiedersehen zu sagen, wenn man bleiben möchte,

es ist schwierig, zu lächeln, wenn man weinen möchte,

aber es ist noch viel schwieriger, gezwungen zu sein, zu lernen, die zu vergessen, die man zu lieben gelernt hat.

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Herausgeplatzt

Veröffentlicht in Gespräche Mit Tags, , , , bei Mai 1, 2008 von jemesuisperdue

Ich war heute mit einer Freundin los, 1. Mai feiern. War zeitweise echt ätzend, weil ich sowas nicht mag, aber ein Gespräch auf dem Weg von ihr zum Bahnhof hat den Tag gerettet. Ich wollte es die ganze Zeit fragen, wollte davon anfangen, doch ich konnte nicht, es ging nicht, blieb mir im Halse stecken. Und irgendwann, ohne, dass ich darüber nachgedacht hatte…:

“Woher weißt du, dass du wirklich deinen Freund liebst und nicht nur die Beziehung?”

Ihre Antwort war schnell und trotzdem gut durchdacht, sie hatte mich verstanden, was ich nicht erwartet hatte. In meinem Taubheits”gefühl” hatte ich panische Angst davor bekommen, dass ich die Art, wie wir zusammen sein konnten gewollt hatte und weniger ihn. Aber 1. das ist ja auch ein Teil seines Charakters, 2. ich hätte nichts an ihm ändern wollen, auch wenn mich manche Sachen gestört haben, 3. ich wollte und will das alles nur mit ihm und mit niemandem sonst und 4. es ist jetzt gewissermaßen egal. Nein, ist es nicht, denn ich muss es für mich wissen… Alles wäre so viel einfacher, wenn ich ihn wiedersehen könnte. Vielleicht wüsste ich wieder, wer ich bin. Ich habe meiner Freundin auch alles andere erzählt, das mit dem taub sein… Je me suis perdue.